Mitteilung des OÖ. Naturschutzbundes
12. März 2010:
 
Helfer für Frühlingsputz in Fledermaus’ Sommerdomizil gesucht: Fledermausguano-Putzaktion am 19. März 2010 in der Kirche Maria Schmolln

In der Kirche von Maria Schmolln ziehen bald wieder die Mausohr-Fledermäuse ein, um ihre Jungen großzuziehen. Davor reinigen Mitarbeiter der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ) und des Naturschutzbundes OÖ den Dachboden der Kirche, um den Fledermausguano des letzten Jahres zu entfernen. Gartenfreunde können sich diesen „Bio-Dünger“ danach bei der Kirche abholen. „Das Mausohr ist eine wichtige und schützenswerte Tierart in der biologischen Vielfalt Österreichs. Mit meiner Kampagne vielfaltleben möchte ich dafür sorgen, dass sie sich weiterhin in unserem Land wohl fühlt. Ich danke allen HelferInnen, die dabei aktiv mitarbeiten, und hoffe, dass wir noch zahlreiche weitere finden, die sich für den Erhalt unserer Artenvielfalt einsetzen wollen“, ruft Umweltminister Niki Berlakovich auf, sich an der Fledermaus-Putzaktion zu beteiligen.

Unsere größte heimische Fledermausart, das Mausohr, hat eine Flügelspannweite von rund 40 cm. Jeden Sommer ziehen im Dachboden der Kirche von Maria Schmolln über 900 Mausohr-Weibchen ihre Jungen groß. Die schmucke Wallfahrtskirche beherbergt somit die größte Wochenstuben-Kolonie dieser Fledermausart in Oberösterreich. So viele Flattertiere hinterlassen natürlich auch Spuren, die von Zeit zu Zeit entfernt werden müssen.

Im Rahmen von vielfaltleben - der Artenschutz-Initiative des Lebensministeriums gemeinsam mit Naturschutzbund, WWF und Birdlife - veranstalten die Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ) und der Naturschutzbund OÖ eine Fledermausguano-Putzaktion. Mit Schaufeln, Kübeln und Besen gerüstet, werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter am Freitag, den 19. März 2010, ab 14:00 Uhr die Hinterlassenschaften beseitigen. Eifrige HelferInnen werden noch dringend gesucht!

In der warmen Jahreszeit verlassen die gewandten Flugkünstler allabendlich ihr Sommerquartier, um sich auf die Jagd nach Laufkäfern – ihre Lieblingsspeise – zu machen. Bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts müssen die etwa 30 g schweren Tiere jede Nacht verputzen. Groß sind daher auch die Mengen an Kot, die sich im Laufe der Jahre in einem solchen Quartier ansammeln.

Jetzt im zeitigen Frühjahr haben die Mausohr-Weibchen das Quartier im Kirchendachboden noch nicht bezogen – eine günstige Zeit also, um „Batmans Sommerdomizil“ zu putzen ohne die Tiere dabei zu stören.

Übrigens ist der stickstoffhaltige Fledermauskot ein sehr guter „Bio-Dünger“. Gartenfreunde können sich den Guano am Freitagnachmittag bei der Kirche abholen.

Biologische Vielfalt – Biodiversität – ist das Erfolgsgeheimnis der Natur­ - es ist nicht egal, wenn Pflanzen und Tiere verschwinden. Deshalb hat das Lebensministerium gemeinsam mit Naturschutzbund, WWF und BirdLife dem Artensterben mit der Kampagne vielfaltleben den Kampf angesagt: Bis Ende 2010 soll ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation vieler bedrohter Pflanzen und Tiere und zur Sicherung der Artenvielfalt geleistet werden.

Das ist das erklärte Ziel und dafür sorgen vielfältige Schutzprogramme, ein dichtes Gemeinde-Netzwerk und eine Allianz aus hochrangigen Vertretern von Politik, Wirtschaft und Kultur. Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg liegt in dem breiten Netzwerk an Partnern, die die Kampagne unterstützen. vielfaltleben bindet alle ein: Vom Minister bis zum Gemeindebürger, vom Prominenten bis zum Wirtschaftstreibenden, vom Landwirt bis zum Wissenschaftler.

Rückfragehinweis:
Julia Kropfberger, Naturschutzbund OÖ., 0676 3674213,
www.naturschutzbund-ooe.at
Mag. Simone Pysarczuk, KFFÖ, 0676 5203521, www.fledermausschutz.at