AC/DC-Konzert war ein Desaster für die Natur

Panikartig flüchteten die Vögel, als das AC/DC-Konzert am Welser Flugplatz vergangenen Samstag begann, und mussten ihre Jungen und Eier im Stich lassen. Es war der reine Horror für vom Aussterben bedrohte Arten. Ein Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere wurde 1000-fach zertrampelt und in eine Schlammwüste verwandelt. Selbst die Explosion einer Bombe hätte keine schlimmeren Auswirkungen haben können. Rindenmulch, der vermutlich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln versehen war, machte sogar den Menschen Probleme.

Entgegen den Vereinbarungen wurden Flächen außerhalb des für das Konzert eingezäunten Areals mit schweren Maschinen befahren. Während des Konzerts pilgerten Zuschauer und ahnungslose Securitys abseits des eingezäunten Bereichs und verschlimmerten so zusätzlich die Auswirkungen auf bedrohte und störungsanfällige Arten.

Schwerwiegender hätte man am „Internationalen Tag der Artenvielfalt“ einen Lebensraum für äußerst seltene Tier- und Pflanzenarten kaum schädigen können. „So etwas darf auf keinen Fall mehr passieren,“ ist Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbundes Oberösterreich, entsetzt. „Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Es kann nicht sein, dass kleine Vergehen streng geahndet werden, während man massive Naturzerstörung einfach hinnimmt.“

Wie auf einem „Highway to Hell“ mussten sich die Brachvögel und andere Arten gefühlt haben, als sie später zurückkehrten und todesmutig versuchten, ihre Jungen zu retten.

All das hätte ihnen erspart bleiben können, wenn das Konzert auf einer anderen Fläche stattgefunden hätte. Doch vom Naturschutzbund vorgeschlagene Flächen wurden mit dem Argument, dass diese bei Regen zu einem Schlammfeld werden, als ungeeignet abgetan.

Der Naturschutzbund Oberösterreich fordert jetzt die vollständige Entfernung des Rindenmulchs und die Wiederherstellung der zerstörten artenreichen Magerwiese. Diese Maßnahmen müssen von einem kompetenten Fachmann überwacht werden.

Um ein solches Desaster für die Natur in Zukunft zu unterbinden, fordern Naturschutzbund und andere Organisationen jetzt vehementer denn je die vollständige Ausweisung des Welser Flugplatzes – er ist der letzte größere Rest der einstmals weitläufigen Welser Heide – als Naturschutzgebiet.

 


 

22.5.2010, während des Konzertes:
Ein Junge führender Brachvogel warnt über zwei ahnungs-losen Zaungästen des AC-DC-Konzertes. 
Die Besucher bewegen sich ahnungslos durch das Brutrevier am an den Flugplatz angrenzenden Panzerübungsgelände. Dieser Wiesenabschnitt bleibt von den Veranstaltern völlig ungesichert.

22.5.2010, am Nachmittag vor dem Konzert:
Securities marschierten durch die Brutwiesen der Brachvögel und beunruhigten die Vögel zusätzlich.

Ein Brachvogel ist im Bild (Pfeil) zu sehen.


 


 

27.5.2010, 5 Tage nach dem Konzert sind die Aufräumarbeiten am 15 ha großen, völlig verwüsteten Veranstaltungsgelände noch voll im Gange. Die bisherigen Magerwiesen sind vorläufig zu Schlammflächen degradiert.
Ein Junge führendes Brachvogelmännchen warnt eindringlich am Rande des Areals.

 

Foto: Naturschutzbund