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Öko-Messestadt Wels ignoriert Vogelschutzanliegen weiterhin
Wels, 1.3.2010: Anlässlich der Eröffnung der Energiesparmesse Wels kritisieren Natur- und Umweltschützer die Stadt Wels. Rund um die Genehmigung des AC/DC-Konzerts im Mai am Welser Flugfeld werden die Vogelschutzanliegen von der Stadtverwaltung nicht ernst genommen. Experten bei Naturschutzbund und BirdLife sind fassungslos: einerseits wird hier ein Image für Öko-Messen gepflegt, während Biodiversitätsziele im Jahr der internationalen Artenvielfalt mit Füßen getreten werden.
Alternativen zum Welser Flugplatzgelände wurden der Stadt Wels schon längst von den intervenierenden Organisationen vorgeschlagen. Hans Uhl, Experte von BirdLife Oberösterreich nennt spontan das 15 ha große Areal an der Innkreisautobahn bei Wimpassing. Die Fläche gehört der Stadt Wels. Pläne für die Errichtung von Sportstadien wurden hier fallen gelassen. Andernorts würden auch auf dem Segelflugplatz Ost der Stadt Linz 30 Hektar große Wiesen mitten im Industriegebiet in Frage kommen. „Hier wären keine Naturschutzgüter und weniger Anrainer nachteilig betroffen“, so Uhl.
Wenig Interesse für eine Standortverlegung des geplanten Konzerts gibt es hingegen von Seiten der Stadt Wels und der Veranstalter. In Fachkreisen fragt man sich, warum die Stadt Wels Alternativplätze sehr spät und nur halbherzig prüft. Fragwürdig vor allem bleibt warum keine Vogelschutzexperten herangezogen werden, um ein ökologisch einwandfreies Verfahren sicher zu stellen. Öffentliche Aussagen des leitenden Magistratsbeamten, „dass die Beschallung beim Konzert so ausgerichtet wird, dass die Vögel vom Musiklärm nicht über Gebühr gestört werden“, hält Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich für unseriös.
Die Vogelschützer fordern daher von Landesrat Haimbuchner den angekündigten Magistrats-Bescheid aufzuheben, sollte es zu keiner objektiv nachvollziehbaren Prüfung der Alternativstandorten kommen. Für die Ornithologen steht außer Frage, dass Bürgermeister Dr. Koits hier die ursprüngliche Standortwahl durchbringen will, ohne die Interessen des Naturschutzes zu berücksichtigen. Als Farce bezeichnet Gerald Pfiffinger auch die medienwirksam angekündigten Gutachten: „Wie ist es sonst möglich, dass der Leiter der Bezirksverwaltung, Bernd Spitzer, bereits Mitte Februar via Medien am Flugplatzgelände als Veranstaltungsort festhält, obwohl ein unabhängiges Naturschutzgutachten erst für Mitte März erwartet wird? Offensichtlich ist dieses nachträgliche Gutachten nur mehr als Feigenblatt für eine politische Willkürentscheidung gedacht!“, so Pfiffinger weiter.
Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbundes OÖ, bringt das Thema zum aktuellen Anlass auf den Punkt: „Nachhaltigkeit besteht nicht nur in der Wahl richtiger Dämmstoffe und Heizmaterialen, sondern vor allem auch in der Erhaltung gefährdeter Lebensräume und deren Biodiversität für unsere Nachwelt. Diese wird, so das Konzert am Flugplatz stattfindet, einfach ignoriert.
Die NGOs betonen, dass sie volles Verständnis für die Rockband AC/DC und ihre Fans haben. Sie setzten sich allerdings konsequent für die örtliche Verlegung des Veranstaltungsortes ein, um nachhaltige Schäden am letzten Rest der der Welser Heide zu verhindern. Sie fordern für dieses Naturjuwel die Ausweisung eines Naturschutzgebietes.
Die Naturschutzorganisationen sind besonders besorgt um bereits gefährdete Vogelarten, wie den Großen Brachvogel, der genau zur Zeit der geplanten Großveranstaltung seine Jungen in den Wiesen aufzieht. Die Welser Heide und somit das Flugplatzgelände sind eines der wenigen Gebiete mit den besten Bruterfolgen für Wiesenvögel in Österreich.
Rückfragehinweis: Mag. Bettina Klöpzig, Pressesprecherin, BirdLife Österreich Mobil: +43 69914034470, E-Mail: bettina.kloepzig@birdlife.at, www.birdlife.at
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