Geplantes Konzert von AC/DC in Wels gefährdet Brutkolonien seltener Vögel!

Naturschützer über Koits entsetzt

Die angebliche Einigung im Streit um das AC/DC Konzert am Welser Flugplatz ist eine Farce. Angeblich hat der Welser Bürgermeister Dr. Koits am Montag einen runden Tisch einberufen, um den Interessenkonflikt zwischen Naturschutz und Abhaltung des Rockkonzerts am Flugplatz auszuräumen. Es gab auch einen runden Tisch, nur von den drei größten Naturschutzorganisationen Österreichs Naturschutzbund, WWF und BirdLife, die sich um die bedrohten Vogelarten sorgen und auf die Problematik aufmerksam gemacht haben, war niemand geladen. In ihren Reihen befinden sich einige der profundesten Ornithologen unseres Landes. Der Naturschutz war angeblich nur durch bezahlte Gutachter und eine weisungsgebundene Magistratsangestellte vertreten. „Da von einer Einigung mit den Vogelschützern zu sprechen, ist schlichtweg falsch und eine solche Vorgehensweise ist inakzeptabel“, ist Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbundes Oberösterreich, empört.

Der Naturschutzbund Oberösterreich, eine unabhängige Naturschutzorganisation, will das Konzert nicht verhindern und hat deshalb nach Lösungen im Sinne aller gesucht. Auf Hinweis eines biologischen Landwirtes, welcher sich ebenfalls um die Vogelwelt des Welser Flugplatzes sorgt, wurde eine Ausweichfläche gefunden! „Hier kommen keine gefährdeten Vogelarten vor und auch die Lage ist für eine Großveranstaltung sehr günstig“, ist Josef Limberger zuversichtlich, dass das Konzert da stattfinden kann. Der Eigentümer wurde bereits kontaktiert und hat seine Zustimmung gegeben. Die Naturschutzabteilung des Landes, welche auch nicht geladen war, wurde bereits Ende letzter Woche von dieser Chance für Wels und für die Natur von Josef Limberger unterrichtet. Es stünde ein Kleefeld mit 10 ha zur Verfügung, beste Anbindung zur Autobahn (hier könnten auch Parkplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen). „Diese Lösung wäre für Vogelschutz und für das AC/DC Konzert positiv. Weder die Anfahrtswege noch der Veranstaltungsort, nämlich Wels würden sich ändern“, so Limberger.

Würde die Ausweichfläche aus fadenscheinigen Gründen abgelehnt, dann nährt das die Befürchtung, dass Bgm. Koits mit dem Konzert die Vögel vergrämen will, damit er den Naturschützern die Argumente gegen die von ihm gewünschte Verbauung eines großen Teils des Flugplatzes nimmt. Die Naturschutzverbände fordern die Stadt Wels noch einmal auf, konstruktiv und gemeinsam nach Lösungen im Einklang von Natur und Mensch zu suchen, anstatt sich hinter politischer Taktiererei zu verstecken. Trotz großer Verstimmung über die Vorgehensweise der Stadt sind sie immer noch zur Zusammenarbeit bereit.

Auf dem Gelände brüten 10 % der österreichischen Population des vom Aussterben bedrohten Großen Brachvogels. „Durch die Konzertbesucher würden die Gelege des am Boden brütenden Vogels zerstört und die Jungen zertrampelt werden. Daher muss ein Ersatzort her“, so Gábor Wichmann von Birdlife Österreich.

Rückfragen unter:

  • Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbund Oö., T: 0732 77 92 79, Handy 0664/5130816
  • Mag. Gábor Wichmann, BirdLife Österreich, Tel. 0699/ 1 99 01 137
  • Bernhard Kohler, Leiter des WWF Ostösterreich-Programms, T: 0676 83 488 281