Reaktion vom Lebensministerium vom 6. Mai 2011: Blumenwiesenvernichtung, Blockbastergräser Sehr geehrter Herr Luger! Mit Ihrem Mail vom 15. April 2011 haben Sie uns den Inhalt Ihres Mails an Herrn DI Johann Humer (Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Fachtabteilung Pflanzenbau) weitergeleitet, in dem Sie sich auf zwei Artikel beziehen, die von Herrn DI Humer, bzw. der LK Niederösterreich veröffentlicht wurden. Aus Sicht des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) steht es außer Frage, dass der Naturschutz und die Bewahrung der natürlichen Ressourcen einen zentralen Stellenwert in der österreichischen Agrarpolitik genießen. Unter anderem deswegen ist das österreichische Agrarumweltprogramm ÖPUL eines der wichtigsten Umsetzungsinstrumente dieser Politik. So wurden im Rahmen des ÖPUL im Jahr 2010 mehr als 43,5 Mio. EUR an rund 24.000 Betriebe im Rahmen der spezifischen Naturschutzmaßnahme ausbezahlt. Damit war es möglich auf knapp 85.000 Hektar die Landwirtinnen und Landwirte für ihre konkrete Naturschutzleistung zu honorieren. Die Reduktion der Ausbringung von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wird aber auch in weiteren Umweltmaßnahmen des ÖPUL abgegolten. In Niederösterreich ist in diesem Zusammenhang die Maßnahme Ökopunkte besonders hervorzuheben. Die Erhaltung artenreicher, extensiver Grünlandbestände wird anhand der Parameter Düngungsintensität und Pflanzenschutzmitteleinsatz, aber auch dem Grünlandalter und der Nutzungshäufigkeit besonders abgegolten. Damit wird nicht nur ein Beitrag zur Biodiversität geleistet, sondern auch aktiv das Klima geschützt und die Wasservorkommen vor schädlichen Belastungen bewahrt. Neben der wichtigen ökologischen Funktion ist jedoch auch die Produktionsfunktion der Landwirtschaft zu beachten. Ein zentrales Anliegen der Österreichischen Agrarpolitik ist dabei die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Durch die heimische, regionale Produktion von Lebensmitteln werden nicht nur Arbeitsplätze in Österreich gesichert, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz (z.B. Verringerung des Transportaufkommens) geleistet. Das österreichische Grünland nimmt in dieser regionalen Produktion einen zentralen Stellenwert ein. Über die Wiederkäuer kann der Aufwuchs optimal genutzt und zu Milch und Fleisch veredelt werden. Produktive Grünlandbestände sind Voraussetzung dafür, die Versorgung der Tiere mit Energie und Eiweiß aus dem Grundfutter sicherzustellen. Damit reduziert sich der Importbedarf an Futtermitteln, die zum Teil in Übersee unter ökologisch bedenklichen Bedingungen produziert werden. Gerade Österreich hat in den letzten Jahren bewiesen, dass ein Miteinader von Lebensmittelproduktion und Naturschutz erfolgreich möglich ist. Der rasch wachsende Anteil an Biobauern – mittlerweile ein wesentliches Element der heimischen Nahrungsmittelproduktion – ist der beste Beweis dafür. Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen hat jedoch auch im BMLFUW die Wortwahl in den von Ihnen angesprochenen Artikeln für Aufmerksamkeit gesorgt. Aus diesem Grund wurden bereits Gespräche mit den Vertretern der Landwirtschaftskammer Niederösterreich geführt, die sehr positiv verlaufen sind. Es steht für alle Beteiligten fest, dass keine Gräben zwischen Umweltschutz und produzierender Landwirtschaft aufgerissen werden sollen und dürfen. Es geht auch weiterhin um die Sicherstellung einer ökologisch nachhaltigen Produktion heimischer Lebensmittel. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass gerade die LK NÖ sehr engagiert das Thema Biodiversität auf Grünlandstandorten aufgegriffen hat. Gemeinsam mit der Naturschutzabteilung des Landes NÖ werden im Rahmen des betrieblichen Naturschutzplans zahlreiche Weiterbildungsveranstaltungen angeboten, bei denen Landwirtinnen und Landwirten der Wert von vielfältigen Grünlandbeständen und deren Zeigerpflanzen näher gebracht wird.
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