Tal des Kleinen Kößlbaches

Die Hänge dieses nahe Wesenufer in die Donau mündenden Baches bilden ein V-förmiges Tal. Ein rund 30 Hektar großer Teil der linksufrigen Hänge ist seit 1996 Naturschutzgebiet. Hiervon verwaltet der Naturschutzbund Oberösterreich etwa 21 Hektar, der Rest befindet sich in Privatbesitz. 

Es handelt sich dabei um überaus naturnahe Waldgesellschaften, deren Bewirtschaftung aufgrund der Steilheit des Geländes nie sonderlich intensiv betrieben werden konnte. Dennoch ist bekannt, dass der Kleine Kößlbach in früheren Zeiten zum Schwemmen des an den Hängen geschlägerten Holzes verwendet worden ist. Aufforstungen im Nachfeld derartiger Schlägerungen sind jedoch weitgehend ausgeblieben, sodass sich der neue Bestand naturnah entwickeln konnte. Ein den naturnahen Zustand noch störender Teilbereich präsentiert sich in Form einer zungenförmigen Fichtenaufforstung. Hier sieht das Managementprogramm die sukzessive Schlägerung der Fichten vor. Es wird zwar vermutet, dass diese Baumart im Tal autochthon vorkommt, jedoch steht dies in keinem Zusammenhang mit der forstlichen Intensivnutzung. Nach Abschluss der Arbeiten ist vorgesehen, ein Naturwaldreservat zu etablieren. Dies würde bedeuten, dass sämtliche anthropogene Eingriffe zu unterbleiben hätten und sich der Wald demzufolge ungestört entwickeln könnte. Wesentlich dabei ist unter anderem ein adäquater Anteil an "Totholz" in unterschiedlichen Phasen der Zersetzung als eine der Grundlagen für ein reichhaltiges Bodenleben.

                   

                     Foto: M. Pöstinger
 

 

Rechtsufrig des Kleinen Kößlbachs erwarb der Naturschutzbund Oberösterreich 2000 eine 26 ha große Waldfläche, die sich vor allem im unteren Hangbereich durch naturnahe, totholzreiche Waldgesellschaften auszeichnet. 2001 wurde dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt.

2004 konnte hier als große Besonderheit die sich im Totholz entwickelnde Düsterkäferart Melandrya dubia festgestellt werden. Es ist dies der erste sichere Nachweis aus Oberösterreich überhaupt. Dieser Fund unterstreicht die große naturschutzfachliche Wertigkeit des Kleinen Kößlbachtals.

Mehrere Blockströme weisen auf die instabilen Bodenverhältnisse hin. Auf  ästhetisch reizvollen Felskanzeln können aufgrund der geringen Humusauflage keine größeren Bäume gedeihen. Diese lichten Waldbereiche weisen ein trocken-warmes Kleinklima auf und sind vor allem für Insekten von großer Bedeutung.

Überwiegend im oberen Hangbereich stocken nicht standortgerechte und artenarme Fichtenbestände. Ein Großteil davon wurde im November und Dezember 2004 sowie im Winter 2005/2006 entfernt. Weitere Schlägerungen von Fichten sollen bald erfolgen, damit sich auch hier eine naturnahe Waldgesellschaft etablieren kann. Zudem soll die Gefahr einer Massenvermehrung von forstwirtschaftlich unerwünschten Borkenkäfern, die Fichten befallen, gebannt werden.

 

Wiederbewaldung durch Naturverjüngung auf den Schlagflächen

Auf den Schlagflächen keimten bald verschiedenste Laubbäume, von denen erwartungsgemäß Licht liebende Pionierarten wie Weiß-Birke dominieren. Aber auch Buche, Stiel-Eiche, Gewöhnliche Esche, Berg- und Spitzahorn, Zitterpappel, Fichte (sehr wenig), Tanne, Gewöhnliche Hasel, Salweide, Trauben-Holunder und Faulbaum sind hier zu finden.

Die rasch verlaufende Wiederbewaldung (obwohl die Flächen nicht vor Verbiss geschützt sind) ist auf den Bildern zu sehen.

2006

2007

2008

2009

2010

2011

 

Durch das Gebiet führt ein Wanderweg, der Mittersteig. Hier können die Naturschönheiten bei einer gemütlichen Wanderung bestaunt werden.

Fotos: Martin Schwarz