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Pressekonferzenz 23.April 2009
Der Luchs in den OÖ Kalkalpen
Der Europäische Luchs (Lynx lynx) ist EU weit geschützt. Er ist in der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU (Anhang II und IV) aufgeführt. Von
Seiten Österreichs besteht daher die Verpflichtung, den Luchs in einem
„günstigen Erhaltungszustand“ zu bewahren bzw. diesen „günstigen
Erhaltungszustand“ wiederherzustellen.
Die aktuelle Situation des Luchses im österreichischen Alpenraum ist
schwer einzuschätzen, da die bisherigen Nachweise weitgehend auf
passivem Sammeln von Zufallsbeobachtungen beschränkt sind. Ein
systematisches Monitoring gibt es in weiten Teilen Österreichs bis dato
nicht.
Der Nationalpark O.ö. Kalkalpen führt innerhalb des Nationalparkgebiets
seit 1998 ein Luchsmonitoring durch. Bislang konnte trotz Einsatz von
Fotofallen nur ein einziger Luchs im Nationalpark eindeutig festgestellt
werden.
Der NP Kalkalpen hat darauf hin erwogen, den Bestand durch das
Beibringen von zwei Wildfängen aus der Schweiz zu stärken.
Zu diesem Zweck hat sich im Jahr 2008 eine Arbeitsgemeinschaft „Luchs
OÖ. Kalkalpen“ (LUKA) gebildet. In dieser Arbeitsgemeinschaft sind
sowohl Vertreter der Wissenschaft (Forschungsinstitut für Wildtierkunde
und Ökologie), NGOs (NATURSCHUTZBUND OÖ. und WWF), der Nationalpark O.ö.
Kalkalpen, die Österreichischen Bundesforste, Vertreter des OÖ
LANDESJAGDVERBANDES und der Bauernschaft sowie der Amtstierarzt des
Bezirks Kirchdorf a. d. Krems eingebunden. Oberstes Ziel der
Arbeitsgemeinschaft ist es dem Luchs ein dauerhaftes Überleben in den
nördlichen Kalkalpen zu ermöglichen und langfristig die Vernetzung der
Luchspopulation in den Alpen und der Böhmischen Masse sicherzustellen
Im Spätwinter 2009
fing sich bei St. Pankraz überraschend ein Jungluchs in eine
Kastenfalle. Entsprechend eines Behördenbescheids wurde er untersucht
und zur besseren Beobachtung besendert im Nationalpark wieder in
Freiheit entlassen.
Auf Grund des unerwartete Auftauchen des jungen Luchses und der
wiederholten Aussage von Seiten der Jägerschaft, dass noch weitere
Luchse im Gebiet leben, kommt die Arbeitsgemeinschaft LUKA zu dem
Ergebnis, dass die nächsten zwei Jahre genutzt werden müssen, um in
enger Zusammenarbeit mit der Jägerschaft belegbare Luchsnachweise zu
sammeln.
Zu diesem Zweck werden in den in Frage kommenden Revieren in den beiden
Bezirken Steyr Land und Kirchdorf Fotofallen installiert. Erst wenn in
den zwei Jahren keine Nachweise von weiteren Luchsen und kein Nachweis
von Reproduktion erbracht werden können, erscheint der
Arbeitsgemeinschaft LUKA eine Bestandsstärkung sinnvoll und notwendig.
Die
Arbeitsgemeinschaft „Luchs OÖ. Kalkalpen“ (LUKA)
Ansprechpartner:
Naturschutzbund
OÖ.
OÖ. Landesjagdverband
Nationalpark O.ö. Kalkalpen
Dr. Petra Kaczensky, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie,
Wien
WWF Österreich

von links nach rechts:
Mag. Christoph Walder, WWF Österreich
Mag. Christopher Böck, Wildbiologe des OÖ. Landesjagdverbandes
Landesjägermeister Josef Brandmayr, OÖ. Landesjagdverband
Josef Limberger, Obmann des
Naturschutzbundes
OÖ.
Dr. Petra Kaczensky, Luchsexpertin, Forschungsinstitut für Wildtierkunde
und Ökologie, Wien
Dr. Erich Mayrhofer, Geschäftsführer des Nationalparks O.ö. Kalkalpen
DI Christian Fuxjäger, Luchsexperte des Nationalparks O.ö. Kalkalpen
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