Der Luchs – 

Heimkehrer auf leisen Pfoten

 

„Löwe, Tiger und Leopard“ ist die Antwort, die man erhält, wenn man Leute auf  der Straße nach einer großen Wildkatze fragt. Das Erstaunen ist oft groß, wenn die Menschen dann erfahren, dass auch in unseren heimischen Wäldern eine stattliche Katze heimisch ist – der Luchs.

Nach seiner Ausrottung vor gut 150 Jahren, kehrt der Luchs langsam wieder in seine angestammten Gebiete in Mitteleuropa zurück. Grundsätzlich fehlt es ihm meist nicht an geeignetem Lebensraum, sondern vor allem an der Akzeptanz von Seiten der Menschen. Denn auch heute noch stößt er als großer Beutegreifer auf tief verwurzelte Ängste, Vorurteile und Unwissenheit.

         ©Josef Limberger      

 
Der Naturschutzbund Oberösterreich setzt sich für eine dauerhafte Rückkehr des Luchses in Oberösterreich ein.

Aktivitäten 2007, 2009 , 2011 und
2012



2012
 

Februar 2012 - Peildaten im Internet

Eine Karte mit den Peildaten von Freia und Juro ist auf www.kalkalpen.at veröffentlicht.

Fotofalle: Luchsin Freia

Foto: © Christian Fuschsjäger
NP Kalkalpen

 

2011

 

13.12.2011 - Luchs in Nationalpark Kalkalpen umgesiedelt

Am 13. Dezember wurde das Luchsmännchen „Juro“ aus der Schweiz in den Nationalpark Kalkalpen übersiedelt.

Der ausgewachsene Luchskuder wurde am 20. November im Schweizer Jura gefangen, untersucht und verblieb bis zu seiner Übersiedelung nach Österreich in einer Quarantänestation. MitarbeiterInnen der Forschungsgruppe KORA transportierten ihn in Begleitung einer Tierärztin in seine neue Heimat, wo er, mit einem Senderhalsband versehen, freigelassen wurde.

Bereits im Mai dieses Jahres wurde das Luchsweibchen „Freia“, die ebenfalls aus der Schweiz stammt, im Nationalpark Kalkalpen freigelassen.
Die beiden Luchse sollen bald für Nachwuchs sorgen, wünschen sich die Mitglieder des „Arbeitskreises Luchs OÖ. Kalkalpen (LUKA)“, bestehend aus Nationalpark Kalkalpen, NATURSCHUTZBUND OÖ.,

OÖ. Landesjagdverband,  FIWI der Veterinärmedizinischen Uni Wien, WWF und Österreichischen Bundesforste.

Das Luchsvorkommen in Österreich schätzen Wildtierexperten auf einige wenige, einzelne Tiere, wobei einzig im Mühlviertel Reproduktion festzustellen ist.
Der NATURSCHUTZBUND Oberösterreich begrüßt die Freilassungen als wichtigen Schritt hin zu einer dauerhaften, reproduzierfähigen Population des Luchses in den nördlichen Kalkalpen und hofft, dass Juro bald auf „Freiasfüßen“ wandeln wird.
www.kalkalpen.at
Pressemitteilung - zum pdf

Foto: NP Kalkalpen

 

Referate der Luchstagung der Arge LUKA vom 21.10.2011

"Dem Luchs Zukunft geben"

 

 

Neue Chance für den Luchs
Luchsumsiedlung von der Schweiz in den Nationalpark Kalkalpen geglückt

Molln, am 12. Mai 2011 – Am 9. Mai wurde eine junge Luchsin aus der Schweiz in den Nationalpark Kalkalpen übersiedelt, um der regionalen Luchspopulation auf die Sprünge zu helfen. Ein Luchsmännchen soll entweder im Herbst 2011 oder im Frühjahr 2012 freigelassen werden. “Unsere Region spielt für die Wiederbesiedlung des Luchses im Alpenraum eine Schlüsselrolle”, erklärt Nationalpark Direktor Dr. Erich Mayrhofer. “Wir hoffen, dass sich die Luchsin im neuen Lebensraum wohlfühlt, sich artgerecht verhält und schließlich für Nachwuchs sorgt, denn eine Reproduktion konnten wir in der Nationalpark Kalkalpen Region bislang nicht belegen.” Derzeit werden 2-3 Luchse in der Nationalpark Kalkalpen Region vermutet. Das Luchsvorkommen auf Österreichischem Staatsgebiet insgesamt schätzen Wildtierexperten auf wenige einzelne Tiere, wobei im Mühlviertel regelmäßig Nachwuchs festzustellen ist.

Einst in weiten Teilen Europas ausgerottet, entdeckt der Luchs seit einigen Jahren seine alte Heimat wieder: 1996 kehrte ein Tier nach 150 Jahren Abwesenheit erstmalig in die Kalkalpen-Region zurück. Auch im Norden Österreichs, wie dem Böhmerwald und dem Mühl- und Waldviertel, gibt es immer wieder Nachweise. Doch die Luchsvorkommen Österreichs sind sehr klein und zerstückelt. Ein Pilotprojekt im Nationalpark Kalkalpen soll dem scheuen Waldbewohner jetzt die natürliche Ausbreitung erleichtern.

Alle gegenwärtigen Luchspopulationen in West- und Mitteleuropa, sind auf Wiederansiedlungsprojekte zurückzuführen. Der Auswilderung von Montag dieser Woche – der ersten seit 30 Jahren in Österreich – ging eine jahrelange Forschungsarbeit des Arbeitskreises LUKA (Luchs Oberösterreichische Kalkalpen) voraus.

Der Nationalpark Oö Kalkalpen hat am 15. Februar 2011 beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) angefragt, ob zwei Luchse aus der Schweiz nach Oberösterreich umgesiedelt werden dürfen. Am 30. März wurde eine zwei Jahre alte Luchsin im Kanton Freiburg in der Schweiz durch die KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz) und kantonale Wildhüter im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt eingefangen. Die Luchsin „Freia“ hielt sich danach drei Wochen lang in einer Quarantänestation in Bern auf, wo sie mehrmals tierärztlich untersucht wurde. Schließlich transportierten KORA MitarbeiterInnen das Tier in Begleitung einer Tierärztin in einer Transportbox in den Nationalpark Kalkalpen, wo es mit einem Senderhalsband versehen im Bodinggraben bei Molln freigelassen wurde. Die Jäger sehen die Aktion mit gemischten Gefühlen. „Als jagdbares Wild im Sinne des Gesetzes ist die Jägerschaft für den Luchs verantwortlich und für die Erhaltung einer breiten Artenvielfalt, aber wir stehen eher zur natürlichen Zuwanderung als zu künstlichen Ansiedelungen“, so Oberösterreichs Landesjägermeister ÖR Sepp Brandmayr.

Foto: Josef Limberger

Foto: Franz Sieghartsleitner

„Kaum war die Transportbox offen, stürmte die Luchsin heraus, rannte über die Wiese und verschwand wenige Sekunden später im Wald“ erzählt Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbundes Oberösterreich. „Wir begrüßen die bestandsstützenden Maßnahmen im Nationalpark Kalkalpen, welche ja Bedeutung für den gesamten Bereich der nördlichen Kalkalpen haben. Das Sendehalsband schickt ab nun die Daten über den Aufenthaltsort des Wildtieres per SMS an die Mitarbeiter des Nationalparks“, so Limberger.

„Diese Bestandsstützung ist ein wichtiger Impuls für die Zukunft des Luchses im Alpenraum“, freut sich auch Christian Pichler vom Projektpartner WWF Österreich. Für den Schutz und den dauerhaften Verbleib der größten Raubkatze Europas ist allerdings entscheidend, dass Kompromisse im Zusammenleben mit dem Menschen gefunden werden.

Dafür braucht es einen Managementplan als geregelten Umgang, der sowohl die Ansprüche des Menschen berücksichtigt, als auch dem Luchs genügend Lebensraum bietet.

Der Luchs im Nationalpark Kalkalpen
Um genaue Informationen über die Notwendigkeit einer Bestandsstützung für den Luchs zu sammeln, formierte sich 2008 der Arbeitskreis LUKA. Darin sind der Nationalpark Kalkalpen, der OÖ Landesjagdverband, das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Uni Wien ebenso vertreten, wie der Naturschutzbund, der WWF und die Österreichischen Bundesforste. Diese verschiedenen Interessensgruppen versuchten einen gangbaren Weg zu finden. So wurde über ein Jahr lang versucht in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft und dem Einsatz von über 50 Fotofallen Nachweise für weitere Luchse im Gebiet zu erbringen. Dies ist nicht gelungen und so ist der Nationalpark sogar verpflichtet, Maßnahmen zur Stützung des Bestands durchzuführen.

Nähere Informationen: www.kalkalpen.at
Ansprechpartner Nationalpark Kalkalpen: Dr. Erich Mayrhofer, Tel.: 0664-5248504
Ansprechpartner Naturschutzbund Oberösterreich, Tel.: Josef Limberger, Tel. 0664-5130816
Ansprechpartner WWF Österreich:
MMag. Franko Petri,Tel.: 01-48817 231
Ansprechpartner OÖ Landesjagdverband: Mag. Christopher Böck, Tel.: 07224 /20083-16
Ansprechpartner KORA: Andreas Ryser, Tel.: 0041-793508773

 

 

29.03.2011: Sensationelles Luchsfoto aus dem Böhmerwald:

Unserem Luchsexperten Thomas Engleder gelang es, mit einer der vom Naturschutzzentrum des Naturschutzbundes gespendeten Fotofalle, diese bemerkenswerte Aufnahme eines wildlebenden Luchses zu machen. Der Böhmerwald ist ja das einzige Gebiet in Oberösterreich, in dem der Luchs nachweislich reproduziert. Im Nationalpark Kalkalpen gelang bis jetzt trotz intensiver Benühungen noch kein weiterer Nachweis von Luchsen, deshalb sollen im heurigen Jahr zwei Wildfänge aus der Schweiz im Nationalpark freigesetzt werden um den Verpflichtungen der Europäischen Union nachzukommen und auch hier mit der Zeit eine überlebensfähige Population von Luchsen aufzubauen. Zu diesem Zweck hat sich vor zwei Jahren auch die Arbeitsgemeinschaft LUKA gegründet.

 

 

2009

 

Pressekonferzenz 23.April 2009

Der Luchs in den OÖ Kalkalpen

Der Europäische Luchs (Lynx lynx) ist EU weit geschützt. Er ist in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU (Anhang II und IV) aufgeführt. Von Seiten Österreichs besteht daher die Verpflichtung, den Luchs in einem „günstigen Erhaltungszustand“ zu bewahren bzw. diesen „günstigen Erhaltungszustand“ wiederherzustellen.

Die aktuelle Situation des Luchses im österreichischen Alpenraum ist schwer einzuschätzen, da die bisherigen Nachweise weitgehend auf passivem Sammeln von Zufallsbeobachtungen beschränkt sind. Ein systematisches Monitoring gibt es in weiten Teilen Österreichs bis dato nicht.

Der Nationalpark O.ö. Kalkalpen führt innerhalb des Nationalparkgebiets seit 1998 ein Luchsmonitoring durch. Bislang konnte trotz Einsatz von Fotofallen nur ein einziger Luchs im Nationalpark eindeutig festgestellt werden.

Der NP Kalkalpen hat darauf hin erwogen, den Bestand durch das Beibringen von zwei Wildfängen aus der Schweiz zu stärken.

Zu diesem Zweck hat sich im Jahr 2008 eine Arbeitsgemeinschaft „Luchs OÖ. Kalkalpen“ (LUKA) gebildet. In dieser Arbeitsgemeinschaft sind sowohl Vertreter der Wissenschaft (Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie), NGOs (NATURSCHUTZBUND OÖ. und WWF), der Nationalpark O.ö. Kalkalpen, die Österreichischen Bundesforste, Vertreter des OÖ LANDESJAGDVERBANDES und der Bauernschaft sowie der Amtstierarzt des Bezirks Kirchdorf a. d. Krems eingebunden. Oberstes Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es dem Luchs ein dauerhaftes Überleben in den nördlichen Kalkalpen zu ermöglichen und langfristig die Vernetzung der Luchspopulation in den Alpen und der Böhmischen Masse sicherzustellen

Im Spätwinter 2009 fing sich bei St. Pankraz überraschend ein Jungluchs in eine Kastenfalle. Entsprechend eines Behördenbescheids wurde er untersucht und zur besseren Beobachtung besendert im Nationalpark wieder in Freiheit entlassen.

Auf Grund des unerwartete Auftauchen des jungen Luchses und der wiederholten Aussage  von Seiten der Jägerschaft, dass noch weitere Luchse im Gebiet leben, kommt die Arbeitsgemeinschaft LUKA zu dem Ergebnis, dass die nächsten zwei Jahre genutzt werden müssen, um in enger Zusammenarbeit mit der Jägerschaft belegbare Luchsnachweise zu sammeln.

Zu diesem Zweck werden in den in Frage kommenden Revieren in den beiden Bezirken Steyr Land und Kirchdorf Fotofallen installiert. Erst wenn in den zwei Jahren keine Nachweise von weiteren Luchsen und kein Nachweis von Reproduktion erbracht werden können, erscheint der Arbeitsgemeinschaft LUKA eine Bestandsstärkung sinnvoll und notwendig.

Die Arbeitsgemeinschaft „Luchs OÖ. Kalkalpen“ (LUKA)

Ansprechpartner:
Naturschutzbund OÖ.
OÖ. Landesjagdverband
Nationalpark O.ö. Kalkalpen
Dr. Petra Kaczensky, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Wien
WWF Österreich

von links nach rechts:

Mag. Christoph Walder, WWF Österreich
Mag. Christopher Böck, Wildbiologe des OÖ. Landesjagdverbandes
Landesjägermeister Josef Brandmayr, OÖ. Landesjagdverband
Josef Limberger, Obmann des
Naturschutzbundes OÖ.
Dr. Petra Kaczensky, Luchsexpertin, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Wien
Dr. Erich Mayrhofer, Geschäftsführer des Nationalparks O.ö. Kalkalpen
DI Christian Fuxjäger, Luchsexperte des Nationalparks O.ö. Kalkalpen

 

 

7.01.2009: Erste Luchsbesenderung in Österreich - "Pankraz auf gutem Empfang"

n der Nacht vom 28. auf den 29. Jänner wurde ein besenderter Jungluchs in den Nationalpark Kalkalpen umgesiedelt. Es handelt sich dabei um jenes Tier, das seit Mitte Jänner in St. Pankraz auftauchte und für Aufregung sorgte, weil es jene natürliche Scheu vermissen ließ, die Luchse normalerweise auszeichnet. Da auch Vergrämungsmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigten, hat sich die „Projektgruppe Luchs - Nationalpark Kalkalpen Region“ des Themas angenommen. In enger Zusammenarbeit zwischen der Agrarabteilung der Oö Landesregierung, dem OÖ Landesjagdverband , dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde, dem Naturschutzbund Oberösterreich, Amtstierarzt Dr. Seiringer, den Österreichischen Bundesforsten, dem WWF und der Nationalpark Kalkalpen Verwaltung wurde ein Managementplan ausgearbeitet und realisiert.

Der Luchs wurde am Dienstag, 27. Jänner 2009 gefangen und vom St. Pankrazer Jagdleiter dem OÖ Landesjagdverband übergeben. Der Jungluchs, der den Namen „Pankraz“ erhielt, wurde am Mittwoch, 28. Jänner betäubt und anschließend von Amtstierarzt Dr. Herbert Seiringer, Dr. Petra Kazcensky (Institut für Wildtierkunde) und Luchsexperte Thomas Huber eingehend untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um ein männliches, 14 kg schweres, gesundes Jungtier handelt, das keine Anzeichen einer Gehegehaltung aufwies. Daraufhin wurden „Pankraz“ Blut- und Haarproben zur weiteren genetischen Untersuchung entnommen. Schließlich wurde er mit einem Chip versehen, mit einem gut sichtbaren Halsband besendert und nach weiterer Beratung, in weiter Entfernung zum Fangort, im Nationalpark Kalkalpen wieder in die Freiheit entlassen.

Steckbrief Luchs anl. der Kampagne überLEBEN
 

Fotos: Josef Limberger

Leider wurde der verwaiste Jungluchs in den OÖ. Nachrichten als Problemluchs bezeichnet. Er hatte zwei Kaninchen gerissen und war in ein Wildgatter gesprungen. Die Überlegung des Naturschutzbundes gehen dahin, dass das Muttertier den Jungluchs nicht vertrieben hat, dazu ist die Zeit zu früh. Viel wahrscheinlicher ist unserer Meinung nach die Möglichkeit, dass die Mutter zu Tode kam. Deshalb auch die Unerfahrenheit des Jungtieres und seine „Verzweiflungstaten“. Die Untersuchung ergab einen einwandfreien Gesundheitszustand. Das Tier war aber mit 14 kg Gewicht zu leicht für einen Luchs dieses Alters.

 

2007

 

Am 31.10.2007 lud der NATURSCHUTZBUND Oberösterreich alle Interessierten zur Eröffnung der Ausstellung  „Ich, der Luchs – die geheimnisvolle Waldkatze“, einer Leihgabe des Naturparks Bayerischer Wald, im Ursulinenhof Linz ein.

Auch die Linzer Schulen waren an zwei darauf folgenden Tagen herzlich eingeladen, die schöne Waldkatze näher kennen zu lernen. Bei einem Vortrag von Mag. Thomas Engleder, Luchsexperte des OÖ. NATURSCHUTZBUNDes und der ÖNJ Haslach, sowie beim anschließenden Besuch der Ausstellung konnten die Schüler viel Wissenswertes über die größte heimische Katzenart erfahren.

Foto: Julia Kropfberger
 

Mehr zum Artenschutzprojekt Luchs zwischen önj Haslach und Naturschutzbund OÖ. unter: http://luchs.boehmerwaldnatur.at