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Naturpark
Mühlviertel –
Naturschätze erforschen und schützen
Als abwechslungsreiches, hügeliges Gelände mit Wiesen, Feldern,
Gebüsch- und Gehölzgruppen sowie Wäldern, wobei immer wieder große
Felsblöcke (Findlinge) hervorstechen, präsentiert sich der Naturpark
Mühlviertel in den Gemeinden Allerheiligen, Bad Zell, Rechberg und
St. Thomas am Blasenstein dem Beobachter. Bei etwas genauerer
Betrachtung fallen die oftmals kargen Böden, die mit Steinen und
anstehendem Fels durchsetzt sind, auf. Viele davon werden extensiv
bewirtschaftet und betören durch ihre Buntheit und ihren
aromatischen Geruch, hervorgerufen durch eine vielfältige
Vegetation. Getreidefelder, die aufgrund der Kornblumen weithin blau
leuchten, sind ebenfalls noch zu finden. Eine kleine Wacholderheide
ist eine weitere Augenweide in der Region. Aufgrund der vielfältigen
Landschaftsstrukturen finden im Naturpark viele Pflanzen- und
Tierarten einen Lebensraum. Ein wichtiges Ziel des Naturparks mit
einer Größe von über 1.000 ha ist die Erhaltung der hier lebenden
Arten und deren Lebensräume. Um diese effektiv schützen zu können,
muss einerseits bekannt sein, welche Arten hier leben, und
andererseits die Bevölkerung dafür gewonnen werden, aktiv bei der
Bewahrung ihrer Naturschätze mitzuarbeiten. |

© Michaela
Groß |

© Josef Limberger |
Bewahrung durch Wissen
Gerade bei der Tierwelt herrschen hier noch große Kenntnislücken.
Deshalb hat der
Naturschutzbund Oberösterreich mit dem Naturpark Mühlviertel
ein Projekt initiiert, das von der Abteilung Naturschutz des Landes
Oberösterreich finanziert wird. 2011 und 2012 steht die
überblicksmäßige Kartierung verschiedenster Tiergruppen im
Vordergrund. Vögel, Tagfalter, Wildbienen und Heuschrecken werden
hierbei schwerpunktmäßig untersucht. Basierend auf den Ergebnissen
soll in Folge davon vermehrt Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden.
Im Rahmen von Exkursionen, Schulprojekten, Gesprächen mit
Bewirtschaftern und Ausstellungen sollen der lokalen Bevölkerung die
Besonderheiten vorgestellt sowie Möglichkeiten für deren Schutz mit
den Bewirtschaftern erarbeitet werden.
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Bemerkenswerte Tierarten
Eine Besonderheit ist die seltene Heidelerche (Lullula arborea)
von der mehrere Paare im Naturpark nachgewiesen wurden. Dieser
Bodenbrüter besiedelt eine gut strukturierte Landschaft mit Wiesen,
Weiden, Feldern und kleinen Gehölzgruppen, wobei vegetationsarme und
kurzrasige Flächen sehr wichtig sind.
Ebenfalls hier anzutreffen ist der Neuntöter (Lanius collurio).
Er benötigt ebenfalls offene und gut strukturierte Landschaften. Als
Ansitzwarte und Brutplatz nutzt er Hecken und Buschgruppen, wobei er
überzählige Nahrung als Vorrat an den Dornen von Sträuchern
aufspießt. Erbeutet werden vorwiegend große Insekten, z.B.
Heuschrecken, die er bevorzugt in kurzrasigen Magerwiesen fängt.
Weitere seltene Arten, die in den Wäldern des Naturparks leben, sind
Schwarzstorch (Ciconia nigra), Uhu (Bubo bubo) und
Sperlingskauz
(Glaucidium passerinum).
Von den Heuschreckenarten leben die landesweit seltensten in
kurzrasigen Wiesen. Dazu zählt beispielsweise die auffällige
Schnarrschrecke (Psophus stridulus). Beim Auffliegen werden
die leuchtend roten Hinterflügel sichtbar und die Tiere geben ein
lautes schnarrendes Geräusch von sich. Aufgrund des Verlusts des
Lebensraumes durch Düngung, Aufforstung oder Verbrachung ist die
Schnarrschrecke im Mühlviertel stark zurückgegangen und vielerorts
ganz verschwunden.
Eine seltene Schmetterlingsart ist der Schwarze Apollo
(Parnassius mnemosyne)
mittlerweile geworden, der ebenfalls noch im Naturpark Mühlviertel
vorkommt. Ein typischer und im Gebiet noch häufiger Schmetterling
ist der Schwalbenschwanz
(Papilio machaon),
der eine charakteristische Art der Magerwiesen ist, aber sekundär
auch in Gärten vorkommt, wo die Raupen an Dill und Karotten gefunden
werden können.
Von der Vielfalt an Wildbienen sei hier die Natternkopf-Mauerbiene (Osmia
adunca) erwähnt. Diese einzeln lebende Art sammelt den Pollen
nur von Natternkopf und ist deshalb auf gute Bestände dieser
Pflanzenart angewiesen.
Aber auch Totholz ist ein ganz besonderer Lebensraum. In alten
Eichen im Naturpark entwickeln sich beispielsweise verschiedene
Käferarten, wie der attraktive Zweipunktige Eichenprachtkäfer (Agrilus
biguttatus). Eichentotholz, besonders wenn es besonnt
ist, bietet zahlreichen und oftmals seltenen Insektenarten
Entwicklungsmöglichkeiten. |
Wie die
obigen Beispiele zeigen, haben besonders die mageren und extensiv genutzten
Wiesen im Naturpark eine sehr große Bedeutung für den Naturschutz. Ebenso
die kleinstrukturierte Landschaft, die dem Naturpark seinen
unverwechselbaren Reiz verleiht.
Der
Naturschutzbund
und der Naturpark Mühlviertel hoffen, dass in enger Zusammenarbeit mit den
Bewirtschaftern die landschaftliche Schönheit einschließlich der Magerwiesen
und Trockenlebensräume mit ihren besonderen Arten langfristig erhalten
werden können.
| Überblick über die
Aktivitäten im Jahr |
2011 |
2012 |
Vorschau 2012
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Umweltbaustelle
„Naturpark Mühlviertel“
22.07. –
28.07.2012
Die wunderschöne, hügelige Kultur- und
Naturlandschaft des Naturparks Mühlviertel ist geprägt von imposanten
Granitformationen, Pechöl- und Wackelsteinen, naturnahen Wäldern sowie
Magerwiesen mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.
Vieler
dieser typischen Magerwiesen-Arten sind in den letzten Jahrzehnten durch Verlust
des geeigneten Lebensraumes sehr selten geworden.
Ziel der
Umweltbaustelle „Naturpark Mühlviertel“ ist die Pflege (Mahd, Entbuschen) von
Magerwiesen, um eine Verbuschung und dem damit einher gehenden Verschwinden
bedrohter Arten zu verhindern.
Um gut
für die Aufgabe gerüstet zu sein, lernen die Teilnehmer im Rahmen eines
Sensenkurses den Umgang mit diesem traditionellen Werkzeug.
Unser Essen werden wir zum
großen Teil gemeinsam über dem Lagerfeuer zubereiten.
Am Freizeitprogramm stehen eine Naturparkrundfahrt zu den vier
Gemeinden mit Besichtigung der Highlights (z.B.: Museumshof „Großdöllnerhof“,
Mumie und Bucklwehluckn in St. Thomas, …), der Besuch eines Hochseilgarten im
Themenpark Kaolinum in Allerheiligen, Baden im Badesee sowie eine abendliche
Ausflugs-beobachtung der Fledermäuse bei der Kirche in Rechberg.
Übernachtet wird am Campingplatz in Rechberg (direkt neben dem Badesee) im
eigenen Zelt. |

©
Barbara Derntl
http://jugend.alpenverein.at/jugend/natur-umwelt/umweltbaustellen-arbeiten-in-fuer-die-natur/index.php |
Aktivitäten im Jahr 2011
| Insektenerhebung
© Josef Limberger |
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| Fotodokumentation
© Josef Limberger
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