| Lebensraum und Lebensweise: Schleiereulen bevorzugen als Lebensraum
Niederungsgebiete (bis in eine Seehöhe von etwa 500 m) mit einer
durchschnittlichen winterlichen Schneelage von weniger als 40 Tage Dauer und
weniger als 7 cm Höhe.
Die Schleiereule ist in Mitteleuropa
ein Kulturfolger; als solcher hat sie sich eng an
menschliche
Siedlungen angeschlossen.
So brütet diese Eulenart
–wo es heute noch möglich
ist–
in Kirchtürmen (daher auch der niederländische
Name „Kerkuil“) oder im
Gebälk von Scheunen (daher der englische Name „Barn Owl“). Aber viele Kirchtürme sind in
den letzten Jahrzehnten durch Vergitterung der Einflugöffnungen –gegen verwilderte Haustauben und
Dohlen– auch für Schleiereulen unzugänglich gemacht
geworden.
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Kleines
Lexikon:
Kulturfolger
Tier- und Pflanzenarten,
die auf
Grund der günstigen Lebensbedingungen den menschlichen Kulturbereich als
Lebensraum bevorzugen.
Auch ihre Verbreitung verdanken diese zum Teil dem
Menschen.
Weitere
Kulturfolger der heimischen Vogelwelt neben der Schleiereule sind zum Beispiel
Mehl- und Rauchschwalbe, Sperling und Weißstorch. |
Offenes
Kulturland mit ganzjährig kurzer Vegetation ist das bevorzugte Jagdgebiet.
Die
Nahrung der Schleiereule besteht bis zu 96% aus Kleinsäugern, hauptsächlich
Feld- und Spitzmäusen; nur in einem geringem Umfang werden Vögel, Amphibien
und Insekten erbeutet. Schleiereulen jagen zwar vorwiegend in offenem Kulturland, hier aber kaum
auf weiten, baumlosen Feldflächen, sondern am Rand von Siedlungen, Straßenböschungen
oder in durch Hecken oder anderen Strukturen aufgelockertem Gelände.
Vorkommen in Oberösterreich
Im 19. Jahrhundert war die Schleiereule in Oberösterreich
–wie der Steinkauz –
in Niederungen und Siedlungen weit verbreitet. Vermutlich
waren alle Tieflagen Oberösterreichs besiedelt. Bereits Ende des 19.
Jahrhunderts nahm der Bestand ab.
In den 1970er Jahren galt die Schleiereule in Oberösterreich
verschollen.
Warum die Art bereits Ende des 19. Jahrhunderts im Bestand abnahm, kann
nicht schlüssig beantwortet werden.
Der spätere Zusammenbruch der Population in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts hängt, wie auch beim Steinkauz, mit der Intensivierung der
Landwirtschaft, v.a. durch Umwandeln von Wiesen und Weiden in Ackerflächen
zusammen. In
der heutigen Zeit fallen auch viele Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer. Und
Scheunen, in denen die Eulen gebrütet und im Winter Nahrung und Schutz vor der
Witterung fanden, wurden verschlossen, ebenso Kirchtürme.
Aktuell siedelt die Art beständig nur in einer kleinen Population im südwestlichen
Innviertel im Anschluss an die bayrischen Vorkommen. Im übrigen Oberösterreich
brütet sie nur sporadisch im nördlichen Innviertel und im südlichen Kremstal.
Abseits des Alpenvorlandes gibt es aktuelle Hinweise aus dem Böhmerwald und dem
Machland.
Zur Aktion „Offene Türme, offene Dörfer“:
Das Nistplatzangebot dürfte ein wichtiger limitierender Faktor für die
Art sein.
So tritt diese Eule erst wieder in Oberösterreich auf, seit ihr in
geeigneten Habitaten Nisthilfen angeboten werden.
Um
die Wohnungsnot der Schleiereule zu mildern, wurden vom Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen der Aktion
„Offene Türme, offene Dörfer“ in
den letzten Jahren über 50 Nistkästen in ganz Oberösterreich angebracht. Weitere sollen folgen.
Neben
dem Anbringen von Nisthilfen ist die Erhaltung
einer strukturreichen Landschaft mit Wiesen, Weiden, Tümpeln, Feldrainen und Ödlandflächen
aber unabdingbar, um das Überleben dieser schöne Eulenart zu sichern. Nicht
nur der Schleiereule, sondern auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten wäre
damit geholfen.
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Steckbrief Schleiereule:
Größe: etwa 34 cm
Flügelspannweite: 90- 98 cm
Gewicht: Männchen 290- 340
g;
Weibchen normalerweise 310- 370 g, während der Eiablage und der Brut
jedoch deutlich schwerer, im Mittel 415 g
Gefieder: Oberseits goldbraun, unterseits rostbraun bis weiß
mit dunklen Punkten
Kennzeichen:
herzförmiger
Gesichtsschleier, relativ kleine, schwarze
Augen
Nahrung:
v.a. Mäuse (Wühlmäuse,
Spitzmäuse und Echte Mäuse)
Lebensraum:
reich strukturierte
Kulturlandschaft
Status in Oberösterreich:
sehr seltener Brutvogel
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Literatur:
Brader
M. & G. Aubrecht (wiss. Red): Atlas der Brutvögel Oberösterreichs.-Biologiezentum
der OÖ. Landesmuseen, 2003.
Mebs Th. & W. Scherzinger: Die Eulen Europas.- Kosmos, 2000.
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