Offene Türme, offene Dörfer

Mit der Aktion "Offene Türme, offene Dörfer" soll Naturschutz mit Kulturbewahrung in Einklang gebracht werden.
Ziel ist es, gefährdeten Vogelarten - wie Falken, Eulen, Schwalben,etc... - das Nisten in Häusern, Türmen oder eigens gebauten Nistkästen zu ermöglichen. Auch die Wiederansiedelung der vom Aussterben bedrohten Fledermaus ist Teil der Naturschutzaktion.
"Türme und Dörfer" sollen bestimmten Vogelarten also wieder als natürliche Brutstätten dienen.

Hier baut der Naturschutzbund OÖ. vor allem auf die Zusammenarbeit mit Schulklassen (Herstellung von Nistkästen, Anbringung an geeigneten Stellen,....), da dem Verein das Einbinden von Jugendlichen in Naturschutzaktionen ein großes Anliegen ist.

 
Schleiereule (Tyto alba) –  Eule in Wohnungsnot

Zauberhaft schön ist sie, die etwa taubengroße Schleiereule: Oberseits goldbraun, die Unterseite rostbraun bis weiß. Wie ein feines Gespinst scheint über ihr Federkleid ein "Perlenschleier" aus dunklen Punkten geworfen zu sein.  

Charakteristisch und auch namensgebend ist der deutlich ausgeprägte, herzförmige Gesichtsschleier.  

 

©Josef Limberger

Lebensraum und Lebensweise:

Schleiereulen bevorzugen als Lebensraum Niederungsgebiete (bis in eine Seehöhe von etwa 500 m) mit einer durchschnittlichen winterlichen Schneelage von weniger als 40 Tage Dauer und weniger als 7 cm Höhe.

Die Schleiereule ist in Mitteleuropa ein Kulturfolger; als solcher hat sie sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen. So brütet diese Eulenart  –wo es heute noch möglich ist–  in Kirchtürmen (daher auch der niederländische Name „Kerkuil“) oder im Gebälk von Scheunen (daher der englische Name „Barn Owl“). Aber viele Kirchtürme sind in den letzten Jahrzehnten durch Vergitterung der Einflugöffnungen –gegen verwilderte Haustauben und Dohlen– auch für Schleiereulen unzugänglich gemacht geworden.  

Kleines Lexikon:
Kulturfolger

Tier- und Pflanzenarten, 
die auf Grund der günstigen Lebensbedingungen den menschlichen Kulturbereich als Lebensraum bevorzugen. 
Auch ihre Verbreitung verdanken diese zum Teil dem Menschen.
Weitere Kulturfolger der heimischen Vogelwelt neben der Schleiereule sind zum Beispiel 
Mehl- und Rauchschwalbe, Sperling und Weißstorch.

Offenes Kulturland mit ganzjährig kurzer Vegetation ist das bevorzugte Jagdgebiet.

Die Nahrung der Schleiereule besteht bis zu 96% aus Kleinsäugern, hauptsächlich Feld- und Spitzmäusen; nur in einem geringem Umfang werden Vögel, Amphibien und Insekten erbeutet. Schleiereulen jagen zwar vorwiegend in offenem Kulturland, hier aber kaum auf weiten, baumlosen Feldflächen, sondern am Rand von Siedlungen, Straßenböschungen oder in durch Hecken oder anderen Strukturen aufgelockertem Gelände.

Vorkommen in Oberösterreich

Im 19. Jahrhundert war die Schleiereule in Oberösterreich –wie der Steinkauz in Niederungen und Siedlungen weit verbreitet. Vermutlich waren alle Tieflagen Oberösterreichs besiedelt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Bestand ab.
In den 1970er Jahren galt die Schleiereule in Oberösterreich verschollen.

Warum die Art bereits Ende des 19. Jahrhunderts im Bestand abnahm, kann nicht schlüssig beantwortet werden.

Der spätere Zusammenbruch der Population in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hängt, wie auch beim Steinkauz, mit der Intensivierung der Landwirtschaft, v.a. durch Umwandeln von Wiesen und Weiden in Ackerflächen zusammen.  In der heutigen Zeit fallen auch viele Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer. Und Scheunen, in denen die Eulen gebrütet und im Winter Nahrung und Schutz vor der Witterung fanden, wurden verschlossen, ebenso Kirchtürme.

Aktuell siedelt die Art beständig nur in einer kleinen Population im südwestlichen Innviertel im Anschluss an die bayrischen Vorkommen. Im übrigen Oberösterreich brütet sie nur sporadisch im nördlichen Innviertel und im südlichen Kremstal. Abseits des Alpenvorlandes gibt es aktuelle Hinweise aus dem Böhmerwald und dem Machland.

Zur Aktion „Offene Türme, offene Dörfer“:

Das Nistplatzangebot dürfte ein wichtiger limitierender Faktor für die Art sein. So tritt diese Eule erst wieder in Oberösterreich auf, seit ihr in geeigneten Habitaten Nisthilfen angeboten werden. Um die Wohnungsnot der Schleiereule zu mildern, wurden vom Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen der Aktion „Offene Türme, offene Dörfer“  in den letzten Jahren über 50 Nistkästen in ganz Oberösterreich angebracht. Weitere sollen folgen.

Neben dem Anbringen von Nisthilfen ist die Erhaltung einer strukturreichen Landschaft mit Wiesen, Weiden, Tümpeln, Feldrainen und Ödlandflächen aber unabdingbar, um das Überleben dieser schöne Eulenart zu sichern. Nicht nur der Schleiereule, sondern auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten wäre damit geholfen.

 

Steckbrief Schleiereule:

Größe: etwa 34 cm
Flügelspannweite: 90- 98 cm
Gewicht:     Männchen 290- 340 g;
Weibchen normalerweise 310- 370 g, während der Eiablage und der Brut jedoch deutlich schwerer, im Mittel 415 g
Gefieder:    Oberseits goldbraun, unterseits rostbraun bis weiß mit dunklen Punkten
Kennzeichen:
herzförmiger Gesichtsschleier, relativ kleine, schwarze Augen
Nahrung: v.a. Mäuse (Wühlmäuse, Spitzmäuse und Echte Mäuse)
Lebensraum: reich strukturierte Kulturlandschaft
Status in Oberösterreich: sehr seltener Brutvogel

Literatur:
Brader M. & G. Aubrecht (wiss. Red): Atlas der Brutvögel Oberösterreichs.-Biologiezentum der OÖ. Landesmuseen, 2003.
Mebs Th. & W. Scherzinger: Die Eulen Europas.- Kosmos, 2000.

zur Wanderausstellung

 

 


 

 

Projekt Fledermäuse

In der heutigen Zeit werden viele alte Gebäude saniert, Dachböden ausgebaut oder gar neu errichtet. Gerade bei den Häuslbauern passiert so manches, was von diesen bzw. von den beauftragten Baufirmen als selbstverständlich angesehen und deshalb nicht extra hinterfragt wird.

So wird unter anderem beim Eindecken des Rohbaues automatisch ein sogenanntes Mausgitter zwischen Ziegeleindeckung und Kaltschaltung montiert. Mit diesem Gitter wird aber nicht nur eventuell im Herbst auftauchenden Mäusen, sondern auch Fledermäusen, welche einen Unterschlupf suchen, der Zugang verwehrt. Ich persönlich habe vor nunmehr zehn Jahren diese Gitter weggelassen und habe mit Mäusen, die dadurch ins Haus kommen keine Probleme.



©Josef Limberger

So wird unter anderem beim Eindecken des Rohbaues automatisch ein sogenanntes Mausgitter zwischen Ziegeleindeckung und Kaltschaltung montiert. Mit diesem Gitter wird aber nicht nur eventuell im Herbst auftauchenden Mäusen, sondern auch Fledermäusen, welche einen Unterschlupf suchen, der Zugang verwehrt. Ich persönlich habe vor nunmehr zehn Jahren diese Gitter weggelassen und habe mit Mäusen, die dadurch ins Haus kommen keine Probleme.

Was kann man noch tun ?

Eine weitere Möglichkeit ergibt sich durch das Öffnen von Belüftungsziegeln. Hier muss nur das Tongitter aufgebohrt  und entfernt werden und schon ist der Weg für unsere durchwegs gefährdeten Fledermäuse frei.
Auf giftige Holzimprägnierungen sollte ja schon aus Rücksicht auf die eigene Gesundheit verzichtet werden.

Fledermäuse am und ums Haus

Auch durch das Anbringen spezieller Fledermauskästen kann man Fledermäusen helfen. Bauanleitungen für die verschiedensten Typen können beim Naturschutzbund . angefordert werden oder befinden sich in folgenden Büchern und Broschüren:

  • Ein Beitrag zum Fledermausschutz in Österreich": zu beziehen über die jeweiligen Naturschutzbehörden der Länder.
  • "Werkbuch Naturschutz": (Hrsg. G. Steinbach); Kosmos Verlag Stuttgart
  • "Wir tun was.....für Fledermäuse": (Hrsg. G. Steinbach); Kosmos Verlag Stuttgart

Für weitere Anfragen, Anregungen und Wünsche stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung !

Steckbrief Fledermäuse

zur Wanderausstellung


 

Umweltlandespreis für den Naturschutzbund Oberösterreich


Am 25. November 1999 wurde dem Naturschutzbund Oberösterreich der Oberösterreichische Landespreis für Umwelt und Natur für sein erfolgreiches Projekt "Offene Türme, offene Dörfer" verliehen. Der Festakt fand im Theatercasino, Redoutensaal statt. Der Naturschutzbund Oberösterreich erhielt den Preis, welcher von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer übergeben wurde, in der Kategorie "Vereine und Gruppen".

Das Projekt "Offene Türme, offene Dörfer" soll nun als Dauereinrichtung fortgeführt werden. Auf diese Weise soll die Situation der gebäudebrütenden Vögel und der Fledermäuse verbessert werden.