Naturschutzgebiet Roten Auen

Nach langwierigen Finanzierungsverhandlungen ist es dem NATURSCHUTZBUND gelungen, die notwendigen Geldmittel für eine Sanierung der „Roten Auen“ weitestgehend aufzubringen und neben dem Institut für Ökologie und Naturschutz der Universität Wien vor allem auch die Naturschutzabteilung des Landes als Projektpartner zu gewinnen. Aufgrund der hohen Gesamtkosten wird aber weiter versucht, neue Partner und Sponsoren für das Projekt zu werben.

Um dieses einzigartige Moorökosystem im nordöstlichen Mühlviertel vor seiner sicheren Zerstörung zu bewahren wurde das Wasser in den Drainagegräben mit Hilfe spezieller Holzdämme aufgestaut und der Moorwasserspiegel dadurch wieder auf sein ursprüngliches Niveau angehoben und stabilisiert.

Aufgrund der Komplexität der Aufgabe waren umfangreiche Voruntersuchungen notwendig. Neben einem hydrologischen Langzeitmonitoring erfolgte mittlerweile eine geodätische Vermessung des Untersuchungsgebiets. Zudem wurden zahlreiche Torfsondierungen durchgeführt, die Aufschluss über die Mächtigkeit und die Zusammensetzung der Torfablagerungen geben sollen. Die Daten wurden GIS-gestützt verarbeitet und dienen als Grundlage für die erfolgreiche und fachgerechte Sanierung des Moores.

 

Foto: Mario Pöstinger 2003:"Tachymetrische Vermessung"


Mit Hilfe eines Baggers und der tatkräftigen Unterstützung von Ferialarbeitern und freiwilligen Helfern wurden im Sommer 2004 82 Grabensperren errichtet, um den Wasserhaushalt des Moores wieder zu stabilisieren. In den darauf folgenden beiden Jahren sind die restlichen Sperren errichtet worden. Der Erfolg der Maßnahmen hat sich bereits nach kurzer Zeit eingestellt – der Wasserspiegel im Bereich der Gräben liegt nun wieder knapp unter der Mooroberfläche. Auch die Tierwelt hat rasch auf die Wiedervernässung reagiert. Seltene Moorlibellen wie Speer-Azurjungfer, Kleine Moosjungfer und Arktische Smaragdlibelle sind innerhalb von zwei Jahren nach Beginn der Sanierung eingewandert.