Informationen zur Erhaltung des Welser Flugplatzgeländes

Keine Verbauung:

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Ausweisung als Naturschutzgebiet:

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Videobotschaften zum geplanten Konzert auf der Welser Heide

Naturschutzbundpräsident Prof. Eberhard Stüber

 

Univ.Prof. Dr. Michael Rosenberger, Moraltheologe, Kath. theologische Privatuniversität Linz (Umweltsprecher der Diözese Linz)

 

Univ. Prof. Dr. Bernd Lötsch, ehem. Leiter des Naturhistorisches Museum Wien

 

Dr.med.vet. Helmut Pechlaner, Präsident WWF Österreich

 

Prof.Dr.Kurt M. Kotrschal, Leiter der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau/OÖ.

 

 

 


Pressemitteilung 25.5.2010: AC/DC-Konzert war ein Desaster für die Natur
 

zum Pressespiegel:

 

Umweltdachverband an LR Haimbuchner
und BM Koits:
Sagen Sie NEIN zum AC/DC-Konzert auf der Welser Heide!
Pressekonferenz 21. Mai 2010: "22.5.2010 - Internationaler Tag der Artenvielfalt: Vogelschutz in OÖ. und viele offene Fragen AC/DC Konzert auf dem Welser Flugplatz - Fun statt Recht, Populismus statt Gerchtigkeit"
 

Resolution zum Schutz der Welser Heide beschlossen
 

Otternet Nr. 45
 
Pressemitteilung 01.03.2010: Öko-Messestadt Wels ignoriert Vogelschutzanliegen weiterhin
 
Mail eines Mitgliedes der Naturschutzbundes an BM Dr. Koits am 15.02.2010: "Kein Konzertbesuch am geplanten Veranstaltungsort"
 
Offener Brief und Presseaussendung 22.02.2010: Zum Flugplatz Wels gibt es aus ökologischer Sicht keine Alternative
 
ORF OÖ:

Zahlreiche Bomben am AC/DC-Konzertgelände?

Pressemitteilung 12.01.2010: AC DC Konzert: "Naturschützer entsetzt"
 
Offener Brief an BM Koits 12.01.2010
 

OÖ. Nachrichten

 

DerStandard
 
Pressemitteilung 22.12.2009: AC DC Konzert gefährdet Brutkolonien
 
Pressemitteilung 30.04.2008: Flugzeuge und andere Flugobjekte am Welser Flugplatz
 
Neues Volksblatt
 
The Sydney Morning Herald
 
Pressemitteilung 12.2007: "Sensationsfund am Welser Flugplatz"
 

 

24. April 2010

 

Reges Interesse

Mehr als 50 BesucherInnen nutzten die Chance am Samstag, den 24. April 2010 bei einer Exkursion am Flugplatz Wels die Einzigartigkeit dieses letzten Restes der Welser Heide kennen zu lernen.

 

Die Stadt hatte in den letzten Tagen die Spuren der Bagger welche auf der Suche nach Bomben waren, zu retuschieren versucht. Zwei Tage zuvor „zierten“ noch Erdhaufen und allerlei ausgegrabener Schrott die Wiesenflächen. Obwohl das Schreiben eines Sachverständigen, welches bereits Mitte Februar an die Stadt erging und auf das eventuelle Vorhandensein von Sprengkörpern aus dem zweiten Weltkrieg hingewiesen hatte, wurde die Stadt erst aktiv, nachdem der Brief in die Medien gelangte. Zu dieser Zeit war Brachvogel und Co. schon dabei, ihre Reviere zu besetzen. Massive Beeinträchtigungen der hier vorkommenden Vogelwelt waren die Folge. So sind zumindest zwei Paar Kiebitze und zwei Paare des Großen Brachvogels, Lärchen und Rebhühner am vorgesehenen Konzertgelände betroffen. Vergrämungen, oder gar das Entfernen der Gelege stellen allerdings an sich schon einen Verstoß gegen das geltende Naturschutzgesetz dar.

 

Die interessierten TeilehmerInnen der Exkursion, welche von namhaften Ornithologen der beiden Vereine  und  von einer Botanikerin geführt wurden, konnten Große Brachvögel, Kiebitze, Rebhühner, Schwarz- und Braunkehlchen, Dorngrasmücken und Neuntöter beobachten, erfuhren Wissenswertes über Geologie und Pflanzenwelt des Geländes und erhielten so ein Bild von der hohen Wertigkeit und Schutzwürdigkeit des Flugplatzareals, bevor ein Megaevent, welches laut Limberger auch die Kapazitäten der Stadt, was Verkehrsbewältigung betrifft, kollarbieren lassen dürfte, über den Flugplatz hereinbricht und Verbauungspläne Schlimmeres befürchten lassen.

 

Der Naturschutzbund, WWF und Birdlife wehren sich ja seit längerer Zeit massiv gegen den Verbau eines Teiles des wertvollen Areals.

 

Das ironischer Weise am 22. Mai, am internationalender  Tag der Biodiversität, gegen starken Wiederstand der NGOs durchgeführte Konzert der Hard Rock Gruppe AC/DC stellt eine massive Verschlechterung der schützenswerten Lebensräume und der Situation der hier vorkommenden Pflanzen- und Tierarten dar, so Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbund OÖ.  

 

Die NGOs werden daher eine Beschwerde bei der EU einreichen und erwägen eine Klage nach dem Umwelthaftungsgesetz gegen die Stadt Wels.

 

Zur Zeit läuft eine Erhebung, die diese Schäden dokumentiert. Auch die Naturschutzabteilung ist sich dieser Tatsache bewusst und arbeitet an einem Unterschutzstellungsverfahren. Dies ist höchste Zeit, damit nicht der letzte zusammenhängende Rest der einst weitläufigen Welser Heide unwiederbringlich zerstört wird.

 

Fotos: Josef Limberger


14. März 2010

Besucher der Kirche St. Franziskus in Wels konnten sich anhand unserer Ausstellung über den Flugplatz Wels informieren

Fotos: Brigitte Auer

 


 

 


9. Mai 2009

Am 9. Mai 2009 konnten sich viele Interessierte am Fluplatz Wels, über die dort vorkommende Fauna und Flora informieren. Unter der Leitung von Josef Limberger, Julia Kropfberger und Martin Plasser war wieder viel Wissenswertes über den letzten größeren Rest der Welser Heide zu erfahren.

 


27. April 2008

Großes Interesse an der Frühjahrsfahrt der Bezirksgruppe Schärding.
Es haben ca. 35 Personen teilgenommen.
 

 


26. April 2008

Flugzeuge und andere Flugobjekte am Welser Flugplatz

Der allgegenwärtige, im Flug vorgetragene Gesang der Feldlerchen und dazwischen immer wieder die trillernden Laute des Großen Brachvogels waren die ständigen Begleiter der mehr als 40 Teilnehmer an der Exkursion des Naturschutzbundes Oberösterreich auf dem Welser Flughafengelände am 26. April 2008.

 

 

Nach dem Betreten des Flugplatzes hat man das Gefühl, als wäre man in eine andere Welt übergewechselt und kann sich kaum mehr vorstellen, sich in einem Stadtgebiet zu befinden. Erinnerungen an frühere Zeiten, als bunte Blumenwiesen noch häufig waren und der Gesang der Feldlerchen die Wiesen im Frühling beherrschte, drängen sich einem auf. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein, wären da nicht immer wieder startende und landende Flugzeuge. Doch diese stören die Idylle nicht wirklich. Die etwa 70 ha Halbtrockenrasen auf dem Welser Flugplatz, die als Lebensraum für hochgradig gefährdete Arten wie Großer Brachvogel, Schwarzkehlchen und Steppen-Furchenbiene dienen, sind ein einzigartiges Naturjuwel. Kaum vorstellbar, dass, wenn es nach den Plänen von Welser Stadtpolitikern geht, ein großer Teil dieses einzigartigen Gebietes verbaut werden soll und es dadurch unwiederbringlich zerstört würde.

 

Die Teilnehmer an der Exkursion sind von der Natur am Flugplatz beeindruckt, und sie sind sich alle einig: Das gesamte Welser Flughafengelände muss als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten unbedingt erhalten bleiben.

 

Folgende Experten haben die Exkursion begleitet:
Josef Limberger, Ornithologe
Dr. Martin Schwarz, Entomologe
Julia Kropfberger, Botanikerin
DI Martin Plasser, Ornithologe

 



 

 


17. März 2008

PRESSEKONFERENZ

 

 Erhaltung des Welser Flugplatzgeländes – eine internationale Verpflichtung!

 

 


 

Naturschutzbund, Die Grünen, BirdLife und Umweltdachverband

wehren sich gegen die geplante Zerstörung eines einzigartigen Naturjuwels.

 

 

Naturschützer verschiedenster Organisationen und Die Grünen kämpfen für die Erhaltung des Welser Flugplatzgeländes. Die Welser Stadtregierung dagegen möchte das Gelände gewinnbringend als Gewerbegebiet nutzen.

 

Was ist das Besondere am Welser Flugplatz?

Der Welser Flugplatz, der letzte größere Rest der Welser Heide, ist ein Refugium für bedrohte und äußerst seltene Arten, die ein offenes, steppenartiges Gelände benötigen.

Von dem ca. 100 ha großen Welser Flugplatz sind etwa 70 ha Magerwiesen, das entspricht etwa der gesamten Fläche aller Kalk-Halbtrockenrasen im oberösterreichischen Alpenvorland. Magerwiesen haben für den Naturschutz, also die Erhaltung der heimischen Artenvielfalt, eine besondere Bedeutung. Die Größe von 70 ha zusammenhängender Magerwiesenfläche ist einzigartig in Oberösterreich!

 

Einige besonders schützenswerte Tierarten des Welser Flugplatzes

Der Große Brachvogel, der in Österreich eine vom Aussterben bedrohte Brutvogelart ist, besiedelte 1997 das Flughafengelände. Aufgrund des sehr hohen Bruterfolges vergrößerte sich der Bestand rasch. 2007 brüteten mindestens 6 Paare. Dadurch wurden Gebiete in der Umgebung vom Flugplatz aus neu besiedelt. Wenn die Brutpaare am Welser Flughafen verschwinden, sterben sehr wahrscheinlich die umliegenden Populationen ebenfalls aus.

Auf dem Welser Flugplatz brüten mindestens 50 Paare vom Kiebitz. Das ist nach dem Ibmer Moor die zweitgrößte Population in Oberösterreich.

Das in Oberösterreich stark gefährdete Schwarzkehlchen brütet regelmäßig in geringer Dichte am Flugplatz Wels. Die noch weit verbreitete Feldlerche kommt hier in einer so hohen Dichte vor, wie sonst nirgends mehr in Oberösterreich. Das durch Intensivierung der Landwirtschaft vielfach selten gewordene Rebhuhn ist am Flugplatz ebenfalls allgegenwärtig und in großer Anzahl zu finden. Steinschmätzer, Schafstelze und Grauammer konnten als weitere Besonderheiten hier festgestellt werden. Die letzteren beiden Arten sind in Oberösterreich vom Aussterben bedroht.

 

 

Das Flugplatzgelände sowie das daran angrenzende Panzerübungsgelände sind ein Lebensraum für die stark bedrohte Wechselkröte, die flache und unbeschattete Laichgewässer benötigt. Durch Anlegung von Flachgewässern könnte hier wieder eine stabile Population aufgebaut werden. Es wäre dann der wichtigste Lebensraum der Wechselkröte in Oberösterreich.

2007 konnte der Biologe des Naturschutzbundes, Dr. Martin Schwarz, die Steppen-Furchenbiene (Lasioglossum setulosum) (Wildbiene) am Flughafengelände feststellen. Es ist dies ein Wiederfund für Oberösterreich nach 57 Jahren, obwohl diese Tiergruppe in Oberösterreich gut untersucht ist. Aktuell ist diese Steppenart in Österreich sonst nur östlich von Wien bekannt.

Ebenfalls ein Wiederfund nach über 50 Jahren stellt die Kurzstiel-Sandwespe (Podalonia affinis) dar. Diese solitär lebende Art benötigt Magerrasen und andere warme, trockene Standorte mit sandigem Untergrund.

Besonders überraschend war der Fund einer für die Wissenschaft bisher unbekannten Schlupfwespenart durch Dr. Schwarz. Von dieser „neuen“ und noch namenlosen Insektenart ist bisher, außer dass sie existiert, noch nichts bekannt.

 

Aufgrund der Größe und Lage gibt es in Oberösterreich kein vergleichbares Gebiet, in dem ähnlich gute Voraussetzungen für eine langfristige Sicherung der an Trockenheit und Wärme gebundenen Tier- und Pflanzenarten bestehen. Schon derzeit hat das Gelände des Welser Flugplatzes eine enorme Bedeutung für den Naturschutz. Bei Fortführung der derzeitigen Bewirtschaftung (keine Düngung, einmalige Mahd mit Abtransport des Mähgutes) wird die Bedeutung noch weiter steigen. Es ist anzunehmen, dass weitere seltene Arten sich hier ansiedeln werden.

 

Bewahrung des Naturerbes – eine internationale Verpflichtung

Die Republik Österreich hat sich mit der Unterzeichnung der Konvention über Biologische Vielfalt - diese wurde auf der Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 beschlossen - dazu verpflichtet, dem Artensterben bis 2010 ein Ende zu setzen. „Ein wichtiger Schritt aus österreichischer Sicht dazu ist die Erhaltung der großflächigen Magerwiesen am Welser Flugplatz“, so Dr. Martin Schwarz vom Naturschutzbund, einem politisch unabhängigen Verein des Privatrechts (seit 1913). Die Bewahrung der Tier- und Pflanzenwelt und deren Lebensräume in der gesamten Vielfalt, ist nicht nur das Ziel einiger verschrobener Idealisten, sondern eine Verpflichtung der ganzen Menschheit. „Es hat den Anschein, dass auf die Umsetzung internationaler Abkommen aufgrund wirtschaftlicher Interessen häufig „vergessen“ wird. Werden Abkommen nur unterzeichnet, damit man gut dasteht?“, fragt sich Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbundes Oberösterreich. Für die Umsetzung der Konvention über Biologische Vielfalt ist die Erhaltung der Magerwiesen am Welser Flugplatz in ihrer gesamten Größe ein wichtiger Schritt. Jede Verkleinerung führt zur weiteren Bedrohung seltener Arten und kann zu deren Aussterben führen, da die Populationen zu klein werden und genetisch verarmen.

„Während an anderen Stellen in Österreich auf den letzten Heidestandorten intensive Schutzbemühungen laufen, ist die Stadt Wels im Begriff, einen äußerst wertvollen derartigen Lebensraum zu zerstören“, betont Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich. Laut Umweltstadtrat Dr. Wieser ist die Stadt Wels nicht auf die Nutzung des Flugplatzes als Betriebsbaugebiet angewiesen. Es gibt genug andere Flächen dafür.

 

Magere Flachland-Mähwiesen (Trespen-Kalk-Halbtrockenrasen), wie sie am Flugplatzgelände vorkommen, sind nach der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie) der EU von gemeinschaftlichem Interesse. „Diese Richtlinie hat zum Ziel, zur Sicherung der Artenvielfalt durch die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen im europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten, für das der Vertrag Geltung hat, beizutragen“ (Artikel 2 (1)). „Vermutlich wird es zu einem Vertragsverletzungsverfahren kommen, wenn Teile dieses durch seine Größe einzigartigen Lebensraumes zerstört werden“, erklärt die 3. Landtagspräisdentin Doris Eisenriegler, Naturschutzsprecherin der Grünen OÖ.

 

Naturschutz und Flugbetrieb?

Die Fakten über den Welser Flugplatz sprechen für sich. Der Naturschutzbund fordert deshalb die Ausweisung des Welser Flugplatzgeländes als Naturschutzgebiet. Diese Forderung wird von den Grünen im oö. Landtag und in Wels voll unterstützt. Eisenriegler: „Gerade im Nahbereich von Städten sind intakte Lebensräume seltener Arten rar geworden. Wir haben es auf dem Welser Flugplatz mit einem ökologischen Schatz, einem sensationellen, einmaligen Biotop zu tun, welches unbedingt unter Schutz zu stellen ist.“ „Alle Welser müssten Stolz darauf sein, ein so bedeutendes Gebiet vor der Haustür zu haben“, so Mag. Michael Springer, Fraktionsobmann der Grünen Wels: „Da Menschen dieses Refugium möglichst nicht betreten sollten, wären Aussichtsplattformen eine schöne Möglichkeit für die interessierte Bevölkerung, ihr das Naturschutzgebiet näher zu bringen.“

Steht der Flugbetrieb den Zielen des Naturschutzes im Wege? Dazu Josef Limberger: „Der Fliegerclub Weiße Möwe hat dazu beigetragen, dass der Flugplatz in einem aus naturschutzfachlicher Sicht sehr guten Zustand ist. Da Brachvogel und Co. gut damit zurechtkommen, spricht aus der Sicht des Naturschutzes nichts gegen die Fortführung des Flugbetriebs im derzeitigen Umfang.“

Da die Grünen in Naturschutzbelangen dieselben Interessen wie Teile des Fliegerclubs vertreten, erwarten sie nun auch Aufwind im Sinne des Anrainerschutzes gegen Fluglärm, der für die Grünen Wels ein langjähriges Anliegen ist. Michael Springer dazu: „Durch die gute Gesprächsbasis mit einzelnen Vertretern des Vereins wollen wir dieses Problem jetzt wirklich ernsthaft und sachlich lösen helfen. Eine Obergrenze für die Anzahl der Flugbewegungen und die Errichtung einer Motorseilwinde für den Segelfliegerstart wären ein sehr guter Ansatz. Diese Seilwinde wäre übrigens bei Halbierung des Flugplatzes nicht mehr möglich.“

 


 

Fotos: Josef Limberger, Julia Kropfberger, Michaela Groß, WalterChristl