Juni 2010

Naturerfahrung

Die Erhaltung der Natur in ihrer Vielfalt kann nur gelingen, wenn vielen Menschen das ein Anliegen ist. Um sich für die Natur einzusetzen, muss deren Wert nicht nur erkannt, sondern emotional erfahren werden. Besonders prägend sind hierbei Erfahrungen und Erlebnisse in der Kindheit. Deshalb sind alle Initiativen, die den Kindern ein positives Naturerlebnis vermitteln, nicht hoch genug einzuschätzen. Die tägliche Naturerfahrung kann aber nur im unmittelbaren Lebensumfeld, z.B. im Garten, gemacht werden. Auch aus diesem Grund sind naturnahe Gärten, Spielplätze und Parks sehr wichtig. Zudem muss es Bereiche geben, wo die Kinder nach eigenen Bedürfnissen sich mit der Natur auseinandersetzen können. Auf Bäume klettern, auch wenn manchmal ein Ast abgeknickt wird, ein Loch graben,  einen Schmetterling fangen oder sich ein Versteck bauen, kann die Wertschätzung der Natur nachhaltig positiv beeinflussen. Besonders kleinere Kinder sind sehr begeistert, wenn die Eltern oder andere Personen mit ihnen die Natur „erforschen“: Was verbirgt sich den da unter diesem Stein? Siehst du diese schöne Blume? Hörst du den Vogel singen? Eine solche gemeinsame Auseinandersetzung der Eltern und der Kinder mit der Natur können für alle Beteiligten ein bleibendes positives Erlebnis und der Grundstein für spätere Naturschutzaktivitäten sein.

 

 


März 2010

Engagement für die Natur

Mutwillig oder durch Unwissenheit sowie aus Profitgründen werden immer noch wertvollste Naturräume zerstört. Durch die Drainagierung von Feuchtwiesen, Aufforstung von Magerwiesen, Anlage von Fichtenmonokulturen, Beseitigung von Kleinstrukturen und die Überdüngung von Wiesen schreitet der Artenschwund weiter voran. Die Zersiedelung sowie die Anlage von Gewerbeflächen (z.B. geplante Verbauung des Welser Flugplatzes) und die Errichtung neuer Freizeitanlagen auf naturschutzfachlich wertvollen Flächen tragen auch dazu bei, dass viele Arten immer noch im Rückgang sind. Internationale Verträge, die den Staat dazu verpflichten, den Artenverlust zu stoppen, nutzen allein wenig. Nur wenn vielen Menschen die Bewahrung der heimischen Artenvielfalt ein ernsthaftes Anliegen ist, kann die Vielfalt erhalten werden. Begeistern Sie deshalb andere Personen für die Natur, informieren Sie sich und auch andere Personen, wie bedrohten Arten geholfen werden kann. Treten Sie engagiert gegen naturzerstörerische Projekte auf. Sie können bei der Pflege artenreicher Wiesen auch selbst tatkräftig mithelfen. Mit einem Naturgarten können Sie ebenfalls zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen.

 

 


Dezember 2009

Die Nacht nicht zum Tag machen

Unsere Welt wird immer heller. Unzählige künstliche Lichtquellen verwandeln allabendlich die Nacht zum Tag. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Straßenlaternen stellen jeden Sommer eine tödliche Falle für Abermillionen von nachtaktiven Insekten dar. Zugvögel werden durch Skybeamer und beleuchtete Hochhäuser irritiert, landen erschöpft oder sterben. Auch auf uns Menschen kann die ständige Verfügbarkeit von Licht negative Auswirkungen, wie Schlafstörungen, haben. Die größten Verursacher von Lichtverschmutzung sind Großstädte und Industrieanlagen. Aber auch im privaten Bereich dienen immer mehr Lichtquellen nicht der Sicherheit, sondern werden aus rein dekorativen Zwecken angebracht.

Tipps zur Vermeidung von Lichtverschmutzung:
Fragen Sie sich grundsätzlich bei jeder Beleuchtung im Außenbereich, ob diese tatsächlich notwendig ist. Unnötige Lichtquellen bedeuten auch einen unnötigen Verbrauch an Energie.
Beleuchten Sie von oben nach unten. So vermeiden Sie, dass Licht in die Atmosphäre abstrahlt.
Begrenzen Sie die Beleuchtungsdauer zeitlich sinnvoll – die wenigsten Lampen müssen die ganze Nacht hindurch brennen. Verwenden Sie energiesparende Leuchtmittel ohne oder nur mit geringem Anteil an ultraviolettem Licht (Natriumdampflampen).

 


September 2009

Trockensteinmauer anlegen

Trockenmauern bieten vielen Tierarten einen Lebensraum. Sie dienen unter anderem als Nistplätze und Winterquartier und bieten viele Versteckmöglichkeiten. Darüber hinaus sind sie der ideale Standort für Trockenheit und Wärme liebende Pflanzen, darunter viele Küchen- und Heilkräuter. Von Hand und ohne Beton versetzte Natursteinmauern aus Granit, Gneis, Schiefer oder Kalkstein eignen sich Ideal zum Terrassieren von Hanggrundstücken oder als Stützmauern entlang von Einfahrten, Wegen und Sitzplätzen. Wichtig ist, sofern es sich um keine freistehende Mauer handelt, dass diese mit grobem Bruchschotter hinterfüllt wird und ein Fundament aus dem gleichen Material hergestellt wird. Erde würde bei Wasser oder Frosteinwirkung die Stabilität der Mauer gefährden. Darum ist eine Hinterfüllung in Mauerstärke notwendig. Diese lässt das Hangwasser abfließen und verhindert den Erdkontakt der Steine. Vereinzelte, der Länge nach eingebaute Steine sollen bis in die Hinterfüllung reichen. Diese Binder geben dem Mauermerk zusätzliche Stabilität.

Im Allgemeinen ist der Bau einer Trockenmauer etwas für Fachleute und soll schon aus Gründen der Stabilität und der Sicherheit einer Firma überlassen werden.

 

Juli 2009

Keine fremden Arten aussetzen

Naturschützer haben für Molche, Frösche und Kröten einen Teich angelegt. Bald darauf tummeln sich auch Goldfische darin. Ein Aquarienbesitzer hatte die Fische, da er sie nicht mehr brauchen konnte und nicht töten wollte, in den Teich ausgesetzt. Die so „entsorgten“ Fische verdrängen hier jetzt die heimische und bedrohte Amphibienfauna.

Da sich einige Pflanzen im Garten stark vermehrt haben, wurden diese ausgegraben und am Waldrand „entsorgt“. Einige unterirdische Teile des Japan-Flügelknöterichs trieben neu aus. Mittlerweile hat sich die Pflanze auf der Wiese rasch ausgebreitet und verdrängt die reichhaltige Wiesenvegetation.

Aus falsch verstandener Tierliebe und aus Unkenntnis passieren solche Fälle immer wieder. Oftmals sterben die ausgesetzten Tiere oder Pflanzen rasch ab. Wenn sie aber überleben, können sie zur Bedrohung heimischer Arten werden. Ausgesetzte Arten wieder zu entfernen, ist oftmals nicht mehr möglich bzw. sehr aufwendig und kostspielig. Deshalb sollten auf keinen Fall fremdländische Arten in die Natur ausgebracht werden! Die Auswirkungen auf die Artenvielfalt können gravierend sein.

 


Frühling 2009
Schont die Blumen!

Wenn im Frühling die Temperaturen ansteigen, beginnen die ersten Pflanzen zu blühen. Frühlingsknotenblume, Schneeglöckchen, Schlüsselblume, Buschwindröschen, Leberblümchen und andere Frühjahrsblüher überziehen vor allem extensiv genutzte Wiesen und lichte Laubwälder mit ihrer Blütenpracht. Sie locken mit ihren auffallenden Blüten Hummeln, Schmetterlinge und andere Bestäuber an, damit sie Samen produzieren und sich  fortpflanzen können. Viele Menschen nutzen die warmen Frühlingstage für Ausflüge und erfreuen sind der Blütenpracht. Um auch zu Hause die Blumen betrachten zu können bzw. als Souvenir, werden diese gepflückt, manchmal in großen Mengen. Achtlos weggeworfene Blumen, die man immer wieder finden kann, zeigen die Einstellung mancher Menschen der Natur gegenüber. Obwohl die Hauptursache für den Rückgang der Blumen die Lebensraumzerstörung durch intensive Landwirtschaft, Fichtenmonokulturen und Verbauung ist, sollte man sorgsam mit ihnen umgehen und sie am besten nicht pflücken. Ich finde eine Blume an ihrem Standort wesentlich attraktiver als in der Vase. Zudem kann die Blume im Freiland für Fortpflanzung sogen, als Nahrung für Insekten dienen und es können sich auch andere Menschen daran erfreuen.

 

 


Winter 2008

Machen Sie der Natur ein Geschenk

 

Jährlich zu Weihnachten werden Freunde und Verwandte mit Geschenken bedacht. Haben Sie als Naturliebhaber auch schon einmal in Erwägung gezogen, der Natur ein Geschenk zu machen? Wie das geht? Es gibt viele Möglichkeiten, die Natur zu beschenken, das heißt zu unterstützen. Wichtige Prinzipien sind Teilen und Akzeptanz. Stellen Sie, wenn Sie Grundbesitzer sind, einen Teil der Flächen der Natur zur Verfügung, indem Sie eine Wiese oder Böschung ein- oder zweimal pro Jahr mähen und nicht düngen, indem Sie ausgewählte Bäume nicht nutzen und das Holz bis zur Verrottung als Lebensraum für Totholzbewohner stehen oder liegen lassen. Als Gartenbesitzer können Sie beispielsweise durch die Pflanzung heimischer Sträucher, durch die Anlage einer Blumenwiese, einer mageren Sandfläche oder eines naturnahen Gartenteichs Tiere und Pflanzen fördern. Indem Sie bewusst einkaufen, können Sie als Konsument mithelfen, dass Urwälder erhalten bleiben und Meere nicht überfischt werden. Sie können dem Naturschutzbund Oberösterreich, einer sehr aktiven Naturschutzorganisation, als Mitglied beitreten und/oder ihn mit einer Spende unterstützen. Durch ein Geschenk an die Natur leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung einer vielfältigen Natur.

 

 


Winter 2008

Nicht nur für Kinder ist es ein schönes, winterliches Naturerlebnis,
Gartenvögel am Futterhäuschen vor dem Fenster beobachten zu können. Um
jedoch nicht mehr Schaden als Nutzen anzurichten, sollte man einige wichtige
Regeln beim Füttern der gefiederten Gäste beachten.
Der Naturschutzbund OÖ. gibt dazu Tipps und Anregungen.
mehr dazu


Kleiber

Rotkehlchen

Herbst 2008


"Flockenstieliger Hexenröhrling"

Pilze schonen:

Herbstzeit ist Pilzzeit und deshalb durchkämmen in dieser Zeit viele Menschen die heimischen Wälder auf der Suche nach wertvollen Speisepilzen. Mit etwa 3.000 heimischen Arten an Großpilzen, ist es kaum möglich, alle Arten zu kennen. Deshalb sollen nur solche Pilze gesammelt werden, die man eindeutig kennt. Nicht essbare sowie für den Menschen giftige Pilze bitte stehen lassen und keinesfalls mutwillig zerstören. Von den essbaren Arten nur solche Exemplare für die Küche mitnehmen, die tatsächlich verwendet werden. Alte und madige Pilze ebenfalls stehen lassen. So können sie noch Sporen produzieren und für die Vermehrung sorgen. Pilze haben als Symbionten, das heißt sie gehen mit Bäumen und anderen Pflanzen eine für beide Partner vorteilhafte Beziehung ein, sowie als Zersetzer von Totholz und anderen Pflanzenteilen eine überaus große Bedeutung in der Natur.

Pilzsucher, die sich abseits der Wege im Wald bewegen, besonders wenn sie noch dazu laut lärmen, verursachen bei Wildtieren Stress. Deshalb achten Sie bitte darauf, keinen Lärm zu verursachen.

Manche Pilzarten sind vor allem durch Lebensraumveränderungen selten geworden. Solche Arten sollten geschont werden. Die in Oberösterreich geschützten Arten Schönfußröhrling, Juchtenellerling, Bischofsmütze, Brätling, Riesenbovist, Sumpf-Haubenpilz und Stielbovist dürfen nicht gesammelt werden.

 

Fotos: Josef Limberger